Besuchsplanung
ABC-Analyse, Besuchsrhythmen und Kapazitätsrechnung: So verteilen Sie Besuche nach Kundenwert.
Von den Zielen bis zur Einführung: wie eine Vertriebsgebietsplanung abläuft und wie lange sie dauert.
Fünf Hebel für mehr Kundenzeit: Gebiete, Besuchsfrequenz, Touren, Kennzahlen und saubere Daten.
Sechs Szenarien im Vergleich: was Gebiets-, Besuchs- und Tourenplanung je nach Außendienst anders macht.
Sechs Fragen und ein Editionsvergleich helfen Ihnen, die passende Software für Gebiets- und Tourenplanung zu finden.
Beratung, Umsetzung, Datenarbeit und Schulung für Ihre Gebietsplanung, in vier klar benannten Rollen.
Ihr Außendienst ist voll ausgelastet, aber zu wenig von dieser Zeit kommt beim Kunden an. Fahrten, Verwaltung und unklare Prioritäten füllen den Tag. Diese Seite zeigt, wo die Zeit bleibt, welche fünf Hebel wirken und womit Sie sinnvoll anfangen.
ABC-Analyse, Besuchsrhythmen und Kapazitätsrechnung: So verteilen Sie Besuche nach Kundenwert.
Wie Software Besuche auf Wochen und Tage verteilt, welche Parameter zählen und wo die Grenzen liegen.
Ziele je Gebiet, passende Kennzahlen, das CRM als Quelle und die Karte als Werkzeug der Vertriebsleitung.
Kosten je Besuch selbst berechnen und sehen, was ein halber Besuch mehr pro Tag wert ist.
Im Außendienst fließt ein großer Teil der Arbeitszeit nicht in Kundengespräche, sondern in Fahrten, Verwaltung und Abstimmung. Der Studienbrief „Leitfaden Vertrieb und Marketing“ (Kohlhammer, 2019) zitiert dazu die Salesforce-Studie „State of Sales“ von 2018: Demnach entfallen im Vertrieb nur 34 % der Zeit auf das Verkaufen selbst, also auf Gespräche und Kundenkontakt. Die übrigen 66 % gehen vor allem in administrative Aufgaben. Die Zahl gilt für den Vertrieb insgesamt und trennt nicht zwischen Innen- und Außendienst.
Zur Fahrzeit gibt es vor allem Angaben von Softwareherstellern. Nach Angaben des Herstellers PTV (Pressemitteilung von 2013) entfällt im Außendienst rund die Hälfte der Arbeitszeit auf das Fahren. Wie dieser Wert ermittelt wurde, nennt die Mitteilung nicht. Er ist also nur ein grober Anhaltspunkt.
Wichtiger als jede Durchschnittszahl ist Ihr eigener Wert. Lassen Sie zwei bis vier Wochen lang festhalten, wie sich typische Arbeitstage aufteilen: Kundengespräch, Fahrt, Wartezeit, Berichte, Innendienst. Diese Messung ersetzt keine Studie, zeigt aber, wo bei Ihnen die meisten Stunden verloren gehen. Binden Sie dabei den Betriebsrat ein, falls es einen gibt, und erklären Sie dem Team, wozu die Zahlen dienen.
Mehr Zeit beim Kunden entsteht über fünf Hebel, die aufeinander aufbauen: Gebiete, Besuchsfrequenz, Touren, Steuerung und Daten. Zu den ersten vier gibt es jeweils eine eigene Seite mit Details.
Die fünf Hebel wirken nur gemeinsam, weil jeder auf dem vorherigen aufbaut. Einen ungünstigen Gebietszuschnitt gleicht auch die geschickteste Route nicht aus. Andersherum nützt das ausgewogenste Gebiet wenig, wenn C-Kunden genauso oft besucht werden wie A-Kunden und für die wichtigen Kunden keine Zeit bleibt.
Ein Beispiel zeigt den Zusammenhang: Ein Gebiet ist zu 120 % ausgelastet. Die naheliegende Reaktion wäre, die Touren enger zu planen. Rechnet man nach, liegt die Ursache aber oft woanders. Stehen zu viele kleine Kunden mit monatlichem Rhythmus in der Liste, hilft die Besuchsplanung. Ist das Gebiet doppelt so groß wie die Nachbargebiete, gehört es neu geschnitten. Was ein zusätzlicher Besuch pro Tag oder eine halbe Stunde weniger Fahrzeit wert ist, rechnet die Seite Außendienstkosten je Besuch an einem Beispiel durch.
Die Grundlage aller fünf Hebel sind dieselben Daten: Kunden mit Adresse, Koordinaten, Umsatz, Klasse und Besuchsrhythmus sowie Wohnorte und Arbeitszeiten des Außendienstes. Wer diese Daten einmal sauber aufbaut, kann damit Gebiete, Besuche und Touren planen und später mit denselben Kennzahlen kontrollieren.
Vertriebs- und Serviceaußendienst nutzen ähnliche Werkzeuge, planen aber nach unterschiedlichen Regeln. Im Vertrieb sind die meisten Besuche planbar: Rhythmus nach Kundenwert, Akquisetermine, Nachfassen von Angeboten. In der Servicetechnik kommen zu geplanten Wartungen kurzfristige Einsätze bei Störungen hinzu, bei denen Reaktionszeit und Qualifikation zählen.
Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen.
| Merkmal | Vertriebsaußendienst | Serviceaußendienst |
|---|---|---|
| Anlass des Besuchs | Rhythmus nach Kundenwert, Akquise, Angebote | Wartung nach Plan, Störung, Montage |
| Planbarkeit | weitgehend planbar, Wochen im Voraus | Wartung planbar, Störungen nur kurzfristig |
| Was zählt | Potenzial, Kundenbeziehung, Besuchsquote | Reaktionszeit, Qualifikation, Ersatzteile |
| Passendes Werkzeug | Gebiets-, Besuchs- und Tourenplanung | Gebietsplanung plus Software für die Tagesdisposition |
Für beide gilt: Die Gebiete müssen zur Arbeitslast passen. Gebietsplanung und Rahmentouren, also wiederkehrende Besuchspläne über mehrere Wochen, helfen auch dem Service, etwa bei regelmäßigen Wartungen. Die Disposition von Notfalleinsätzen am selben Tag ist dagegen Aufgabe einer eigenen Field-Service-Software, also einer Software für die kurzfristige Einsatzsteuerung im Service. Weitere Besonderheiten, etwa bei Handelsvertretungen, im Handelsaußendienst oder in der Pharmabranche, finden Sie unter Einsatzbereiche, speziell für den technischen Kundendienst unter Servicetechnik und technischer Kundendienst.
Der beste Einstieg ist eine nüchterne Bestandsaufnahme, bevor Sie in Software oder neue Gebiete investieren. Diese Reihenfolge hält den Aufwand klein:
Tip
Wählen Sie als Pilotgebiet eines, dessen Verantwortliche dem Thema offen gegenüberstehen. Gute Ergebnisse aus dem eigenen Team überzeugen die übrigen Gebiete schneller als jede Präsentation.
Die p17 GmbH verbindet für die Außendienstoptimierung Geomarketing, CRM und Daten, und Sie entscheiden, in welcher Rolle wir antreten. Im Mitdenken geben wir eine Zweitmeinung zu Ihrer Gebietsstruktur oder Softwareauswahl und stellen auch unbequeme Fragen. Im Umsetzen übernehmen wir die Gebiets- oder Besuchsplanung als Projekt mit festem Umfang und einer festen Ansprechperson. Im Verstärken arbeiten wir auf Zeit in Ihrem Planungs- oder Vertriebsinnendienst-Team mit, etwa bei der Datenaufbereitung. Im Begleiten schulen wir Ihr Team, damit es danach selbstständig plant, und sehen die Gebiete regelmäßig mit Ihnen durch.
Als Software setzen wir vor allem easymap ein, daneben RegioGraph, und helfen bei Auswahl und Lizenzen. Für die Verbindung zum CRM führt die p17 GmbH auch cobra CRM ein, mit „map+“ als Kartenerweiterung. Sollen neue Gebiete besetzt werden, übernimmt das die Schwestergesellschaft p17 Consulting GmbH. Einen Überblick über alle Rollen finden Sie unter Leistungen, den gesamten Geschäftsbereich beim Geschäftsbereich Geomarketing der p17 GmbH.
Die Gebietsplanung legt fest, wer für welche Region und welche Kunden zuständig ist. Sie ist einer von fünf Hebeln der Außendienstoptimierung, zu der außerdem Besuchsfrequenz, Touren, Steuerung und Datenpflege gehören. Oft beginnt man mit den Gebieten, weil sie den Rahmen für alles Weitere setzen.
Neue Besuchsrhythmen und Prioritäten lassen sich in wenigen Wochen einführen. Eine Gebietsreform braucht mehr Zeit: In einer GfK-Broschüre (um 2011) ergeben die Phasen von der Analyse bis zur Umsetzung zusammen mehrere Monate. Die GfK-Broschüre „Praxiswissen Gebietsplanung“ (2013) sieht eine Erfolgskontrolle nach etwa sechs Monaten vor.
Nein. Für die Bestandsaufnahme und eine erste Auslastungsrechnung reicht oft eine gut gepflegte Tabelle. Software lohnt sich, sobald Sie Gebiete auf der Karte vergleichen, Szenarien rechnen oder Besuche auf Tage verteilen wollen. Die Abwägung beschreibt die Seite Gebietsplanung mit Excel oder mit Software.
Häufig mit Skepsis. In einer GfK-Befragung von 152 Fachleuten aus der Vertriebsplanung (veröffentlicht 2017) nannten gut 65 % den Widerstand im eigenen Außendienst als größte Hürde bei einer Gebietsreform. Es hilft, früh zu informieren, die Ausgangsdaten gemeinsam anzusehen und Einwände ernst zu nehmen, bevor etwas beschlossen ist.
Zuletzt aktualisiert: · Benjamin Beloch, Geschäftsführer
Wie neue Gebiete von der Datenaufnahme bis zur Einführung entstehen.
Besonderheiten von Vertrieb, Service, Handelsvertretungen, Handel und Pharma.
Wie Gebiete in easymap angelegt, bewertet und optimiert werden.
Wie die p17 GmbH Gebiets- und Außendienstprojekte begleitet.
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